Nach der Rückkehr von dieser Reise in den Alltag war unser Fernweh noch lange nicht geheilt
und so versuchten wir in unseren immer viel zu kurzen Urlauben an dessen Linderung zu arbeiten, doch es half nicht wirklich.
So begannen wir von einer Fortsetzung unseres Radlerlebens zu träumen. Es brauchte etwas Zeit doch der Traum nahm Gestalt an: Diesmal soll es eine Reise open end werden.
Start am 1. April 2015
Auf unserer neuen Website:
www.weltentrotter.de
wollen wir von alldem berichten.

Donnerstag, 5. Februar 2009

26. Januar - 2. Februar > San Javier - Bage

Bisher gefahrene Kilometer: 7122

Mit einer Autofähre überqueren wir den Rio Uruguay und damit die Grenze von Argentinien nach Brasilien. Wohlwissend, dass uns nicht viel interessantes erwarten wird, werden wir den Teil von Südbrasilien durchfahren, der uns dem dichteren Verkehr hoffentlich entweichen lässt.
Einen Abstecher unternehmen wir nach Sao Miguel das Missoes um die Ruinen der bedeutendsten Jesuitenmission in Brasilien zu besichtigen.

Am nächsten Tag wollen wir unseren Weg abkürzen und benutzen dafür eine feldwegähnliche Piste. Mit den Satellitenfotos von Google-Maps haben wir zuvor den Verlauf genau erforscht, um uns nicht zu verirren. Was das betraf ging alles glatt. Aber nach 40 Kilometern machte uns der Wettergott einen Strich durch die Rechnung. Starker Regen machte innerhalb von Minuten aus der gut befahrbaren Piste eine Schlammwüste. Die nächsten 5 km zerrten wir die Räder mehr als wir sie schoben bis zum rettenden Ort. Im einzigen Hotel fanden wir bei der Deutsch sprechenden Wirtin viel Verständnis für verdreckte Gäste und einen Wasserschlauch zum Reinigen der Ausrüstung.

Das die Weiterfahrt so anstrengend wird hatten wir nicht erwartet. Statt wie erhofft auf flachen Strecken zu rollen, kurbelten wir ständig steile Hügel hinauf um diese sofort wieder hinunter zu rollen. Dazu ärgerte uns ein kräftiger Wind, nicht immer von vorn, oft von der Seite, aber niemals von hinten - Que terrible! Die Landschaft war von riesigen Feld- und Weideflächen geprägt und bot nicht viel Abwechslung.

An einem Vormittag kamen wir an einem Rodeo vorbei und konnten zumindest vom Zaun aus beobachten, wie verwegene Hobby-Cowboys vergebens versuchen Kühe mit dem Lasso zu fangen.

In den wenigen Tagen in Brasilien lernten wir trotz enormer Sprachprobleme die herzliche Art der Brasilianer kennen. Unsere Standardantworten: De Alemania, Chile-Argentina-Brasil usw. reichten oft aus. Und wenn man gar nicht mehr weiterkam, half immer eine geballte Faust mit dem Daumen nach oben. Auch hier trafen wir viele Nachfahren deutscher Auswanderer.

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